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Demokratie in der Schule

Unter diesem Motto waren die Schülerinnen und Schüler unserer Abschlussklassen heute zum Auftakt der Projektwoche eingeladen, in den Dialog mit MdL Martin Stock, MdL Thomas Zöller und Bürgermeister Robin Haseler zu treten. Neben einer kurzen persönlichen Vorstellung haben die Mandatsträger ihren Weg in die politische Welt skizziert und den Schülern auch die jeweiligen Beweggründe für das politische Engagement näher gebracht.

Im ersten Themenblock wurde die Arbeitsweise im Bayerischen Landtag im Plenum und in den Unterausschüssen mit praxisnahen Beispielen aus dem Leben der Schülerinnen und Schüler thematisiert. Schlagworte waren „Abschaffung von unangekündigten Leistungsnachweisen“ oder auch die Einführung eines „sozialen Gesellschaftsjahres“. Während von Seiten der Schülern bezüglich der Abschaffung von Stegreifaufgaben doch eine einstimmige Meinung vorlag, konnte man beim Gesellschaftsjahr schon sehr differenzierte Stimmen hören. Wichtig wäre den Jugendlichen hierbei eine Vorrangstellung für schulische oder berufliche Ausbildung oder die Möglichkeit, das Gesellschaftsjahr zeitlich aufzuteilen, um es etwa in die Ausbildung zu integrieren. Die Notwendigkeit für soziales und ehrenamtliches Engagement war den Jugendlichen durchaus bewusst, jedoch sei die freiwillige Bereitschaft dazu eher rückläufig. Andere Stimmen sahen in dem Gesellschaftsjahr eine gute Möglichkeit zur Erweiterung des eigenen Horizontes und auch die gesamtgesellschaftliche Sicht auf die in dieser Zeit geleistete Arbeit sei ein gewichtiges Argument pro Gesellschaftsjahr, wenn beispielsweise Betriebe diesen Dienst als Argument für einen Bewerber betrachten würden.

Ebenso wurden demokratische Strukturen und Prozesse innerhalb des Schulalltags thematisiert. Nicht nur allein die Vertretung der Schülerinnen und Schüler durch die Klassen- und Schülersprecher, sondern auch die aktuell gebildeten Ausschüsse für die Abschlussfeier oder den Abschlussgottesdienst seien gute Beispiele, an denen man sehr viele Parallelen zwischen Schule und Landtag ziehen könne. Sicher gibt es nicht immer Einigkeit zwischen allen Abgeordneten, jedoch eine der gemeinsame Blick auf das zu erreichende Ziel und die Akzeptanz für eine Mehrheitsmeinung über kleinere Diskurse hinweg. Jeder sei herzlich willkommen, bei der Beratung und Planung mitzuwirken, da nur so seine Ideen gehört werden können.

Auch zum Social-Media-Verbot für Jugendliche konnten unsere Schülerinnen und Schüler Beiträge und Meinungsbilder abgeben. Erstaunlich deutlich sprachen diese sich für eine Altersabstufung bezüglich der Nutzung aus, mahnten aber gleichzeitig dahingehend, dass es auch Regelungen brauche, die schlussendlich umsetzbar seien. Die Politik sieht für die Medienerziehung die Schulen als wichtigen Partner wenngleich sie nicht die gesamte Erziehungsarbeit in diesem weiten Feld leisten kann.

Anschließend berichtete Bürgermeister Haseler aus Weilbach sehr anschaulich und eindrucksvoll von den Aufgabenbereichen, für die eine Kommune und damit in letzter Konsequenz der Bürgermeister verantwortlich zeichnet. Anhand eines Terminplans einer „normalen Woche“ wurde schnell ersichtlich, welche Bandbreite an Aufgaben es vor Ort zu bewältigen gibt. Auch hier wurde erneut die Arbeitsweise in den Ausschüssen und Gremien betont, da die Entscheidungen gut vorbereitet sein müssen, um umsetzbar und akzeptiert zu gleich zu sein.

Wir danken den gewählten Vertretern für die Zeit und den offenen Einblick in das jeweilige Tun, sowie den Blick hinter die Kulissen der „großen“ Politik. Durch ihren Auftritt geben sie „denen da oben“ ein Gesicht und bieten sich als Ansprechpartner für die Interessen und Belange der Bürger an. Wichtigstes Anliegen für alle drei war es, dass die Jugendlichen politisches Interesse zeigen und sich selbst zu mündigen Bürgern bilden durch unabhängige Medien und den sozialen Meinungsaustausch auf Augenhöhe.